Verkürzung der Ausbildung

 

Möglichkeiten der Ausbildungsverkürzung

Nach dem Berufsbildungsgesetz besteht die Möglichkeit einer Verkürzung der Ausbildungszeit, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungziel auch in der gekürzten Zeit erreicht wird. Eine Auswahl von Gründen für die Verkürzung der Ausbildungszeit liefert die unten aufgeführte Tabelle. Konkrete Auskünfte geben die Ausbildungsberater der Kammern.

Ausbildungsberater:

Die Verkürzung der Ausbildungszeit erfolgt aufgrund eines gemeinsamen Antrags von Ausbildenden (Ausbildungsbetrieb) und Auszubildenden. Wird ein solcher Antrag bei der zuständigen Stelle (Kammer) vorgelegt, hat diese die Ausbildungszeit zu kürzen.

Die in der Tabelle aufgeführten Verkürzungszeiten sind in der Regel rechtlich unverbindlich (1) und somit ein Anhalt für die Ansetzung des Verkürzungszeitraums. Nur in einigen Fällen ist die Verkürzungszeit durch die Verordnung zur Umsetzung des Berufsbidungsgesetzes und der Handwerksordnung (BBiGHwOV) verbindlich (2) geregelt. 

Der Antrag auf Verkürzung der Ausbildung muss in der Regel (außer Antrag auf Verkürzung wegen guten Leistungen) vor Ausbildungsbeginn gestellt werden. Die Verkürzung wird dann bereits im Ausbildungsvertrag berücksichtigt. Es ist jedoch möglich, den Antrag auf Verkürzung der Ausbildung noch bis ein Jahr vor dem Ende der Ausbildung zu stellen. 

Grund der Verkürzung            

Verkürzungszeit

Bedingung

gute Leistungen
gem. § 45 BBiG

 

 

 

 

6 Monate (1)

 

rechtzeitiger Antrag (am besten in der Mitte der Ausbildung) des Auszubildenden* bei der Kammer

Voraussetzungen:

Notendurchschnitt in allen Berufsschulfächern besser als 2,49

betriebliche Leistungsbewertung besser als 2,49

berufliche Vorbildung
gem. § 7 BBiG

   

Wirtschaftsschule - zweistufig

Wirtschaftsschule - drei- bzw. vierstufig

12 Monate (2)

6 Monate (2)

nur bei einer Ausbildung im Bereich
Wirtschaft, Verwaltung, Recht und auf 
Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn

Berufsfachschule - einstufig

 

12 Monate (2)

nur bei Ausbildungsberuf in
entsprechender Fachrichtung und auf 
Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn

berufliche Vorbildung
gem. § 8 BBiG

   

abgeschlossene Berufsausbildung

12 Monate (1)

Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn, spätestens 1 Jahr vor dem geplanten Ausbildungsende

Berufserfahrung

angemessen (1)

Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn, spätestens 1 Jahr vor dem geplanten Ausbildungsende

Schulabschluss
gem. § 8 BBiG

   

Fachoberschulreife 
(z. B. Mittlere Reife)

Fachhochschulreife

Abitur

6 Monate (1)
 

12 Monate (1)

12 Monate (1)

Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn, spätestens 1 Jahr vor dem geplanten Ausbildungsende

 

Ausbildungsplatzwechsel 
gem. § 8 BBiG

   

Ausbildungszeiten in demselben Beruf

ganz /
teilweise (1)

Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn

Berufswechsel nach Grundausbildung in ähnlichem Beruf

bis
12 Monate (1)

Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn

Einstiegsqualifizierung (EQJ)

 

bis
6 Monate (1)

 

Antrag von Auszubildendem* und Ausbildendem bei der Kammer zu Ausbildungsbeginn

* bei Auszubildenden unter 18 Jahren müssen auch die Erziehungsberechtigten zustimmen

    (1) = Verkürzungszeit unverbindlich        (2) = Verkürzungszeit verbindlich

 

Quellen:
Berufsbildungsgesetz (BBiG)
Verordnung zur Umsetzung des Berufsbildungsgesetzes und der Handwerksordnung (BBiGHwOV)
www.azubi-azubine.de

 

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